Wahldebakel für Sarkozy
By Schleussner on Mrz 16, 2010 with Kommentare 0
2007 ist Sarkozy erst in das Amt des Staatspräsidenten von Frankreich geschlüpft. Danach machte er erst einmal wegen seinen Privatlebens von sich reden, heiratete 2008 die italienische Sängerin Carla Bruni, die nun kurz vor den Regionalwahlen in Frankreich Spekulationen über ihre Ehe im Fernsehen kund tat. Entsprechend aufdringlichen Fragen musste sich daher auch Sarkozy stellen als er bei Amtskollege Brown in London zu Gast war. Gerüchte um seine Ehe hat Sarkozy inzwischen als “Hirngespinste” zurückgewiesen.
Ob dies nun aber zur Schlappe mit beigetragen hat, die die Partei von Nicolas Sarkozy bereits im ersten Wahlgang erlitt, ist spekulativ. Tatsache ist, dass Frankreichs Sozialisten nach der ersten Abstimmung am vergangenen Sonntag klar vorne lagen und die konservative UMP von Sarkozy in die zweite Runde mehr oder weniger chancenlos geht. Fatal ist, dass die Wahlen ein wichtiger Stimmungstest sind. Den Franzosen ist es damit gelungen ihren Präsidenten schon nach der Hälfte der Amtszeit für seine Politik regelrecht abzustrafen. Sarkozy und seine Mannen können nun nur hoffen, dass die andere Hälfte der 44 Millionen Stimmberechtigten beim zweiten Wahlgang nicht zu Hause bleibt, wie sie es aber nach Angaben des Innenministeriums getan hat. Die Wahlbeteiligung erreichte damit ein Rekordtief und lag bei gerade einmal 46 Prozent. Wie sich die Regionalparlamente nun zusammensetzen werden wird am kommenden Sonntag entschieden. Die ganze Stimmung im Land hält Sarkozy allerdings nicht davon ab seinen Reformkurs weiterfortzuführen. Doch das Ergebnis der Wahl am Sonntag lässt erahnen, wie schlecht die Stimmung in Frankreich ist. Wirtschafts- und Finanzkrise haben die Arbeitslosenzahl zum Beispiel auf 10 Prozent hochgetrieben. Dennoch will Sarkozy die angekündigten schmerzvollen Reformen fortsetzen. Hierzu gehört auch die Anhebung des Renteneintrittsalters. Diese wird wohl auch noch 2011 in der ersten Jahreshälfte umgesetzt, denn für die Zeit vor der Präsidentschaftswahl 2012 hat Sarkozy eine Reformpause ab der 2. Jahreshälfte 2011 angekündigt.
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