Langjährige Haftstrafen in Sauerland-Prozess

Deutschland und der Terror – eine nicht enden wollende Geschichte offenbar. Doch die “Todesengel im Namen des Islam” wie die Angeklagten im sogenannten Sauerland-Prozess von der Presse betitelt werden, wurden heute vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Dschihad, den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen hatten sich die vier Angeklagten zum Motto gemacht und ein wie es der zuständige Richter Ottmar Breidling betitelte “ungeheures Blutbad mit einer unübersehbaren Zahl von Toten” geplant. Unter anderem sollten 150 amerikanische Militärangehörige getötet werden. Durch das Gericht wurde auch festgestellt, dass die vier Angeklagten hasserfüllte und verblendete junge Menschen wären. Eines muss man den vier Angeklagten im Prozess allerding zugutehalten – Geständnisse haben sie abgelegt, die zudem einen tiefen Einblick in die Strukturen des islamischen Terrorismus gaben, die nun sicherlich auch anderen Ländern noch nützlich sein werden.

Fritz Gelowicz und Daniel Schneider, beide deutsch und zum Islam konvertiert, erhielten je eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Der Türke Adem Yilmaz wurde zu elf Jahren Haft verurteilt. Der Deutsch-Türke Attila Selek bekam, da nur Helfer eine Haftstrafe von fünf Jahren. Das Strafmaß von Schneider wurde vor allem auch damit begründet, dass dieser sich der Festnahme widersetzt hat. Die Tötung eines Polizisten habe er dabei billigend in Kauf genommen. Einige waren sich die Richter, dass von der Viergruppe eine ungeheure Bedrohung ausgegangen sei. Geplant waren Autobomben-Anschläge auf US-Soldaten, Anschläge auf Diskotheken und auf Kasernen wie auch auf Flughäfen. Das Ziel sei, so die Angeklagten, der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gewesen.

Die Justiz war zehn Monate damit beschäftigt Licht in die Beweise zu bringen. Hilfreich war hier das anfängliche Schweigen der Angeklagten allerdings nicht. Dass diese sich dann doch zu einem Geständnis durchgerungen hatten, war der Hauptgrund, warum das Verfahren dann doch noch schneller abgewickelt wurde, als Experten dann dachten. Zudem kam dass drei der Angeklagten sich in ihrem Schlusswort vom Terrorismus lossagten und die Anschlagspläne bedauerten.

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