Nacktscannerdebatte angelaufen

Nach dem durch einen Holländer vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug hält nun auch die Bundesregierung den Einsatz von Nacktscannern auf deutschen Flughäfen für möglich. Im Gegensatz zum Innenministerium kam allerdings bereits Protest von Datenschützer und aus dem Justizministerium. Und auch die Strahlenschutzkommission warnt vor Gesundheitsrisiken bei Vielflieger. Dennoch rückt die schärfere Sicherheitskontrolle an Flughäfen durch die Nacktscanner immer stärker in den Fokus. Wie aber auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hinsichtlich des Einsatz der umstrittenen Geräte betont, muss Voraussetzung sein, dass die Geräte so entwickelt sein müssen, die die Persönlichkeitsrechte der Passagiere schützen.

Was aber ist ein Nacktscanner überhaupt? – Die Antwort: Eine Art Radargerät, das Personen abtastet. Dabei durchdringt die Strahlung die Kleidung und wird vom Körper reflektiert. Durchleuchtet werden die Passagiere damit regelrecht. Entdecken können die Sicherheitsleute am Flughafen dabei am Körper festgemachte Waffen aus Metall und auch Flüssigkeiten. Diese werfen nämlich auch elektromagnetische Wellen zurück. Dies trifft auch auf Sprengstoffe zu. Was die Verantwortlichen bisher noch stört ist, dass die durchleuchteten Passagiere wie nackt auf dem Kontrollbildschirm erscheinen. Hierauf reagieren Datenschützer und viele Politiker allerdings sehr heftig, denn die Geräte zeigen nicht nur die Körperformen von Männern und Frauen an, sondern auch Genitalien, Implantate oder Prothesen. Wie von Innenminister De Maizière aber zu hören war, werden derzeit neuartige Geräte entwickelt, die die Körperstrukturen der Passagiere ein wenig „unklarer” darstellen, aber gefährliche Gegenstände dennoch erkennbar machen. Bereits im nächsten Jahr soll ein entsprechendes Gerät vorgestellt werden und wäre dann auch mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar, nachdem die Würde des Menschen unantastbar ist. Fest steht, dass die bisher verfügbaren Nacktscanner, die die Bundespolizei derzeit prüft, so noch nicht einsatzbereit sind. Bis dieser kommt wird als Reaktion auf den Anschlagsversuch die Fluggäste auf den deutschen Flughäfen künftig häufiger abgetastet. Und auch das Handgepäck solle noch gründlicher durchsucht werden. Nach den Flüssigkeitslimits also noch weitere Einschränkungen und Schikanen für die deutschen Flugpassagiere.

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