Berlin feiert 20 Jahre Mauerfall am Brandenburger Tor
By EriE on Nov 09, 2009 with Kommentare 0
Zum 20. Jahrestag des Mauerfalles, der ehemaligen Trennwand zwischen Ost- und West-Berlin, feierte Deutschland und die Welt das besondere Ereignis. Den Mauerfall vom 09. November 1989 feierte Berlin am Brandenburger Tor ganz groß. Der Mut zum Protest, dem Ruf und dem Drang nach Freiheit, ermöglichte durch den Fall der Mauer damals endlich das übertreten der Grenzlinie für alle Ostberliner. Dieser Tag steht für die Wende der Weltpolitik, den Neustart der Weltordnung und Verpflichtung für die Zukunft.
Zehntausende Menschen, darunter auch geladene Staatsgäste, feierten am Brandenburger Tor, dem Monument, das wie kein anderes die Teilung und Wiedervereinigung der Deutschen symbolisiert. Im Bundeskanzleramt feierten rund 30 Staats-und Regierungschefs bei einem feierlichen Abendessen diesen Jahrestag. Gäste aus aller Welt erinnerten in feierlichen Reden an die bewegenden Momente der Zeitwende vor 20 Jahren. Einer der Höhepunkte war der Fall der Mauer, die aus 1000 riesigen Dominosteinen bestand. Diese wurde von Schülern, Azubis, Prominenten und Künstlern gestaltet. Auch Nelson Mandela, der Friedensnobelpreisträger aus Südafrika, prägte mit seiner Familie einen Stein. Die Dominosteine, die bei einem brillanten Feuerwerk unter dem erleuchteten Himmel Berlins umfielen, sollen nun in Schulen, Unternehmen und Museen ausgestellt werden. Im Bonner Haus der Geschichte werden 2 Steine aus der Dominokette einen Platz finden.
Musikalisch umrandete der amerikanische Superstar Jon Bon Jovi den feierlichen Anlass. Er schrieb an die Botschaft und bot einen kostenlosen Auftritt an, da auch er sich immer noch an die geschichtsträchtigen Momente vor 20 Jahren erinnert. Er selbst schlug damals ein Stück aus der Mauer raus und dieses kleine Stück Mauer liegt heute immer noch auf seinem Schreibtisch, erzählte Bon Jovi in einem Interview. Bon Jovi spielte seinen neuen Song „We weren`t born to follow“ – „Wir wurden nicht geboren, um hinterher zu laufen“. In dem Titel geht es um Freiheit und die Stimme des Volkes. Für Bon ist es ein ganz große Ehre, denn er ist der einigste Künstler, der auftreten darf. Weiter erzählte Bon Jovi, wie er damals durch den Checkpoint Charlie ging, mit richtig gemischten Gefühlen. Die Furcht vor dem Unbekannten und trotzallem die Neugier auf das, was ihn erwarten würde. Denn schließlich hatten die Amerikaner zu damaliger Zeit, Angst vor der Sowjetunion. Bon Jovi wurde aber angenehm überrascht und empfand die Menschen als sehr warmherzig und nett, wie er erzählte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berichtete von einem ihrer „glücklichsten Momente“ ihres Lebens. Frau Merkel rief dazu auf, immer wieder erneut die Freiheit zu verteidigen und sie sieht den Mauerfall als eine Herausforderung und eine Verpflichtung für das 21. Jahrhundert. „Freiheit muss erkämpft werden, sie entsteht nicht von selbst!“ sagte Merkel. Wir alle haben es in der Hand, auch die Grenzen unserer Zeit zu überwinden! Ihr Traum wurde erfüllt, so Angela Merkel und eine „wahrhaft glückliche Stunde der Deutschen“. Weiterhin sprach sie Dank aus, unseren Nachbarn in Mittel- und Osteuropa, den USA, Großbritannien und Frankreich.
Horst Köhler, unser Bundespräsident würdigte in seiner Rede den Mauerfall vom 9. November 1989 als „Epochenwende zu Freiheit und Demokratie“. Die Mauer war kein normales Bauwerk, sondern ein Gemäuer der Furcht. Am 09. November vor 20 Jahren wurde sie dann zum Ort der Freude, so Köhler zu den feiernden Gästen. Herr Köhler erinnerte wie Frau Merkel an die Reichspogromnacht am 09. November 1938 und erinnerte ans „dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte“.
Nicolas Sarkozy, der Präsident von Frankreich umschreibt den Mauerfall als eine Verantwortung für Freundschaft, Solidarität und Brüderlichkeit. „Durchaus entscheidend“ nennt Russlands Präsident Dmitri Medwedew die damalige Rolle der Sowjetunion.
Per Video forderte der US-Präsident Barack Obama, den Geist der Freiheit wach zu halten: „Lassen Sie uns das Licht der Freiheit auch in den dunkelsten Nächten der Tyrannei aufrecht erhalten. Glauben wir an die Freiheit!“ Von einem neuen Morgen im Dunkel der Geschichte für die Welt, sprach die US-Außenministerin Hillary Clinton. Die Staatsgäste dankten den Deutschen für die friedliche Revolution.
Klaus Wowereit (SPD) als regierender Bürgermeister Berlins mahnte doch weltweit die Mauern aus Stein und in den Köpfen zu Fall zu bringen. Placido Domingo sang das Lied „Berliner Luft“ und die Stimmung bei den Gästen war fast ausgelassen, so Wowereit. Berlins Mut habe die Welt verändert, lobte der britische Premier Gordon Brown.
Alt-Kanzler Helmut Kohl der zum Zeitpunkt des Mauerfalls in seinem Amt kandidierte, nahm an den Feiern nicht teil. Helmut Kohl leidet immer noch an den Folgen des Sturzes, wie vor gut einer Woche bei einer Feier der Konrad-Adenauer-Stiftung deutlich wurde.
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