Verbraucherschutzministerin stellt sich gegen Facebook

Nachdem die Communityplattform Facebook angekündigt hat Nutzerdaten automatisch an Dritte weitergeben erhält Facebook-Chef Zuckerberg im kalifornischen Palo Alto vermutlich bald Ärger aus der Politik. Ilse Aigner, die Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat bereits einen Brief an Facebook-Chef Zuckerberg losgeschickt und kritisiert darin das Vorgehen des sozialen Netzwerks. Auch sie selbst hat auf Facebook einen Account und droht nun auch mit dessen Kündigung. Und viele der rund 400 Millionen Mitglieder werden wohl nachziehen. Darunter werden sich auch viele der 7,5 Millionen deutschen Verbraucher (auch sehr viele Promis) befinden, die Facebook als Community Plattform für sich entdeckt haben. Hintergrund des Protest ist die jüngst geänderten Datenschutzbedingungen auf Facebook. Weitegegeben werden sollen die Daten der Facebookanwender an überprüfte Web-Seiten und Anwendungen.

Die Begründung von Facebook ist dabei allerdings ganz einleuchtend: Denn die Community will den Nutzern die Möglichkeit geben auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich zu machen. Stein des Anstoßes ist aber nun einmal die Weitergabe von Namen, dem Geschlecht, aber auch von ganzen Profilbilder und dem Computerstandort. Die Übermittlung der Daten soll automatisch erfolgen. Das heißt auch die Zustimmung der Facebookmitglieder wird nicht eingeholt. Es gibt aber eine Opt-Out-Möglichkeit.

Noch versteht Facebook die Änderungen als Vorschlag. In den vergangenen Tagen erhielten die Mitglieder auch Gelegenheit darüber zu diskutieren. Am letzten Samstag teilte Facebook auf der Website mit, dass das Unternehmen allen Diskutanten danke für die Teilnahme an der Diskussion und man in den nächsten Tagen die Kommentare der Nutzer lesen werde. Über die nächsten Schritte wird man die Nutzer dann informieren.

Ilse Aigner, die Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist allerdings dafür dass Privates auch privat bleiben muss. Sie denkt, dass sie damit im Sinne von allen Internetnutzern spricht. Allgemein steht schon jetzt fest: Was den Umgang mit Nutzerrechten und Benutzerdaten angeht, schneidet Facebook schlecht ab. Bei Stiftung Warentest hat die Community “mangelhaft” bekommen.

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