Kreditkartenpanne zum Jahresbeginn
By Schleussner on Jan 06, 2010 with Kommentare 0
Erst waren es sarkastische Bemerkungen der Verkäufer wie „Na, das Konto überzogen“ und geschockte Verbraucher, die plötzlich mit ihrer Kreditkarte weder ihr Benzin noch ihre Einkäufe bezahlen konnten, inzwischen wissen alle, die Ursache liegt nicht im unter Umständen überzogenen Bankkonto der Verbraucher oder daran, dass diese ihre Kreditkarten nicht ordentlich behandelt haben, sondern an einem Softwarefehler des französischen Kartenherstellers, der nun für das Nichtfunktionieren von mehr als 30 Millionen Kreditkarten deutschlandweit verantwortlich ist. Ein Primitivfehler, bezogen auf die Jahreszahl 2010 und das zu den ansonsten vom Geschäft her guten Umsatztagen für den Einzelhandel, denn am Anfang des Jahres decken sich Verbraucher gerne auch mit hochwertigen Waren ein, insbesondere nachdem die meisten seit 01.01. mehr auf ihrem Gehaltszettel stehen haben. Die Einzelhändler schimpfen nun und klagen über Einnahmeverluste, denn diejenigen der Verbraucher, die kein Bargeld mitführten oder schnell mal zu ihrer Bank konnten, um sich Bargeld zu besorgen, weil es sich bei dieser um eine Direktbank handelt, haben in den Geschäften an der Kasse einfach nicht bezahlt und ließen die Waren eben notgedrungen auf dem Kassentresen stehen, nachdem es mit der Kreditkartenzahlung nicht klappte.
Nun wollen die Einzelhändler ihre Einnahmeverluste ersetzt haben aus den ersten Tagen des Jahres – und die Schlamperei ist noch lange nicht behoben, denn noch sind die Softwareprobleme nicht gelöst und ob die Kreditkarten nicht doch ausgetauscht werden müssen, ist bisher noch nicht raus. Dementsprechend hagelt es Kritik an Banken und Sparkassen. Doch diese können derzeit auch nur auf den französischen Hersteller verweisen, der mit den Banken zusammenarbeitet, um den Softwarefehler zu beheben, denn ein Austausch der Kreditkarten könnte Monate dauern. Die Einzelhändler basteln derweil an Notlösungen, und zwar mit Klebeband. Nur die Bezahlterminal, die mit dem allerdings unsicheren Magnetstreifen funktionieren, nehmen diese Kreditkarten an. Auch die 25.700 Geldautomaten der Landesbanken und Sparkassen wurden als Zwischenlösung inzwischen so umgestellt, dass sie nicht den Chip, sondern den Magnetstreifen auslesen. Und die Einzelhändler überlisten die fehlerhaften Karten derzeit indem sie den Chip per Hand bei jedem Kunden mit Klebeband überkleben. Hierdurch greifen – allerdings nur manche Bezahlterminals – automatisch auf den Magnetstreifen zurück. Dabei soll der Chip der Karten, der nun nicht funktioniert, eigentlich die nötige Sicherheit beim Bezahlen garantieren. Eine Problemlösung an sich ist bisher noch nicht in Sicht. Der Informationsfluss an die Verbraucher dazu eher schmächtig.
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