Wieder Unfall mit Erlkönig
By Schleussner on Apr 24, 2010 with Kommentare 0
Erlkönige – die Prototypen der Autobauer, die keiner sehen darf bevor sie öffentlich vorgestellt werden – werden gut getarnt. An den markanten Stellen sind Abschirmungen angebracht, die auch einem noch so neugierigen Fotografen eigentlich keinen Blick auf die neuen Formen und die technischen Raffinessen von eine Neuentwicklung eines Autobauers erlauben, so dass dieser, wenn Fotos der Erlkönige in den Zeitungen erscheinen diese von der Form her nicht auszumachen sind. Diese “Tarnvorrichtung” wird natürlich auch bei Nachtfahrten eingesetzt. Dies erfordert von den Testfahrern genauso hohe Aufmerksamkeit, als würde man sich ganz normal über die Straßen bewegen. Die Fahrer, die die Erlkönige testen, sind in der Regel routiniert und sehr gute Autofahrer.
Aber auch in einem Erlkönig sitzend ist der Testfahrer auch nur ein Mensch. Und Menschen unterlaufen Fehler, die bisher auch nicht die ausgereifeste Technik kompensieren kann. Einen derartigen Fehler machte wohl auch der Testfahrer eines Erlkönig von Mercedes auf der A81, der in eine Unfallstelle gerast ist. Ein 26jähriger Unfallbeteiliger, der gerade aus seinem Fahrzeug stieg, würde vom Erlkönig erfasst und war auf der Stelle tot. Auch der 52jährige Testfahrer von Mercedes wurde schwer verletzt. Zwei weitere Männer wurden leicht verletzt. Ein Sachverständiger wurde schon kurz nach Unfall herbeigerufen, um den Unfall zu konstruieren. Die A81 ist berüchtigt für Erkönig-Testfahrten. Schon vor einem Monat gab es hier einen Crash mit einem Erlkönig. Darin verwickelt war ein LKW.
Schon in der Vergangenheit machten Testfahrten mit einem Erlkönig Negativschlagzeilen und sorgen für erhebliche Straßenverkehrsgefährdung, die mehrere Menschen bereits das Leben kostete. So im Februar 2009 auf der A5, als ein Testfahrer von Porsche ums Leben kam in einem Porsche-Erlkönig. Und 2008 gab es auch auf der A5 einen weiteren tödlichen Unfall, bei dem eine 21jährige Frau und ihre zweijährige Tochter ums Leben kam. Darin verwickelt: Ein anderer Mercedes-Testfahrer. Diese war mit hoher Geschwindigkeit auf den Wagen der Frau zugerast, die so erschrak und ihren Wagen gegen einen Baum lenkte nachdem sie ins Schleudern kam. – Ein Jahr Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe, so das Urteil gegen den Testfahrer von Mercedes damals.
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