Walfangschiff rammt Tierschützer Schnellboot

1,4 Millionen Euro – so hoch ist der Schaden, den die Tierschutzorganisation von Sea Shepherd nach dem Zusammenstoß ihres High-Tech Boots, der Ady Gil mit einem japanischen Walfängerschiff Shonan Maru nun haben. Der Tatort: Die Antarktis, dort wo die Japaner für angebliche Forschungszwecke auf Walfang gehen. Tag des Zusammenstoßes: Heilige Drei Könige 2010. Das Walfangschiff hat der 24 m langen Ady Gil den Bug abgerissen, und zwar auf einer Länge von 3 m. Die sich an Bord befindlichen sechs Aktivisten der Sea Shepherd wurden gerettet.

Es kam zwar auch schon in de Vergangenheit zu diversen Zusammenstößen zwischen den Tierschutzaktivisten und den japanischen Walfängern. Doch dieser Zwischenfall war nun der schwerste der vergangen Jahre. Die Absicht der Tierschützer ist dabei offenkundig: Diese daran hindern noch mehr Wale abzuschlachten und so sehr bedrängen, dass diese entnervt abdrehen. Dieses Mal versuchten die Aktivisten es von der Ady Gil aus mit Stinkbomben. Andere Male wurden auch schon Seile gespannt, um die Schiffsschrauben der Walfangschiffe zu blockieren. Im aktuellen Fall wirft nun Sea Shepherd der Besatzung des Walfangschiffs Shonan Maru vor, die Ady Gil absichtlich gerammt zu haben. Zum Zeitpunkt des Rammens habe die Ady Gil nämlich ruhig im Wasser gelegen. Beobachtet wurde das Ganze auch vom Hauptschiff der Tierschützer, der Locky Maclean.

Japan hat inzwischen auf den Zwischenfall reagiert. Die japanische Fischereibehörde teilte mit, dass die Einzelheiten des Vorfalls geprüft werden würde. Behördensprecher Toshinori Uoya teilte inzwischen mit, dass bestätigt werden kann, dass es zu einer Kollision kam, wies die Vorwürfe aber zurück. Eine Kollision mit dem Trimaran wäre unvermeidbar gewesen. Es wäre die Besatzung der Ady Gil gewesen, die die Besatzung der Shonan Maru bewusst gefährdet habe. Die Behörde warf den Tierschützern ein kriminelles Verhalten vor.

In die Fallaufarbeitung wird sich wohl auch wieder die Internationale Walfangkommission (IWC) einmischen, die Japan eh vorwirft die Forschung und Wissenschaft als Argument für den kommerziellen Walfang zu missbrauchen. Die japanische Walfangflotte befindet sich bereits schon seit November wieder auf Walfang.

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