Trauerfeier für Polens Präsidentenpaar Kaczynski ohne Merkel

Mit Sirenengeheul und Gedenkminuten wurden Polens Präsidentenpaar Kaczynski heute acht Tage nach ihrem tragischen Tod – beigesetzt. An der Spitze des Trauerzugs der Zwillingsbruder des toten Präsidenten und die Kaczynski-Tochter. Nach der Messe in Krakau setzte sich der Trauerzug zur Wawel-Burg in Marsch. Das Paar soll dort in einem Sarkophag in der Gruft der Wawel-Kathedrale beigesetzt werden, an der Seite von polnischen Königen. Angesagt hatten sich zum Staatsbegräbnis ursprünglich zahlreiche Präsidenten, Regierungschefs und auch gekrönte Häupter. Bedingt durch die Sperrung von weiten Teilen des europäischen Luftraums aber sagten viele die Teilnahme am Begräbnis kurzfristig ab, auch US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deutschland aber befall die Trauerbeflaggung an den öffentlichen Gebäuden. Vertreten wurde die Bundesrepublik durch Bundespräsident Köhler und Vize Guido Westerwelle. Diese reisten per Hubschrauber an. Der russische Präsident Dmitri Medwedew landete indes mit einer Sondermaschine in Krakau. Inzwischen sind auch wieder die Flughäfen in Deutschland offen. Vorläufig, denn was noch alles von Island her kommt ist ungewiss.

Aber nicht nur viele gekrönte Häupter und Staats- und Regierungschef blieben der Trauerfeier fern, auch weniger Polen waren gekommen, um den Trauerzug zu sehen Gerechnet hatte man mit rund einer Million Trauergästen, gekommen waren knapp 100.000. Ein Grund hierfür könnte auch sein, weil die Beisetzung von Kaczynski und seiner Frau auf Burg Wawel umstritten ist.

Kaczynski und seine Frau Maria waren am 10. April bei einem Flugzeugabsturz nahe Smolensk in Westrussland ums Leben gekommen. Mit an Bord befanden sich auch noch viele andere wichtige Köpfe Polen, darunter einige Militärs und Regierungsmitglieder. Darunter auch einer der vielversprechendsten Kandidaten für die nächste Wahl, Unterhaus-Vizepräsident Jerzy Szmajdzinsk. Ist diese ganze Tragödie vielleicht eine neue Chance für Jaroslaw Kaczynski? Es gibt Gerüchte, dass sich der ehemalige Ministerpräsident noch einmal in der Politik zurückmelden könnte und sich an die Spitze des Landes katapultiert.

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