Terror in Moskau

Die Russen sind geschockt: Die Anschläge vom gestrigen Montag auf belebte Ziel im morgendlichen Moskau haben mindestens 38 Tote gefordert. Und die Bevölkerung von Russlands Hauptstadt muss weiterhin mit Anschlägen rechnen. Stumme Zeugen der Anschläge sind Waggons, deren Scheiben durch die Wucht der Explosion zerborsten sind. Die beiden Bomben wurden Selbstmordattentäter gezündet. Dabei scheint Moskau am gestrigen Abend wieder zu einer gewissen Normalität zurückgekehrt zu sein, denn auch die Moskauer Metro verkehrt wieder, selbst die beiden Stationen Lubjanka und Park Kultury werden wieder angefahren.

Das erste Mal war es nun nicht, dass sich Selbstmordattentäter in den Untergrund begaben und sich dort in die Luft sprengten. Letztmals im August 2004 kam es am Eingang der Metrostation Ryschskaja zu einer Explosion. Danach folgten in Unruheprovinzen wie Inguschien, Tschetschenien und Dagestan immer wieder zu Anschlägen dieser Art. Im Zentrum Russlands, im Herz der Macht der Russischen Föderation aber fühlten sich die Menschen relativ sicher – bis gestern.

International werden die beiden Anschläge aufs Schärfste verurteilt. Auch US-Präsident Barack Obama brachte seine Trauer um die Toten zum Ausdruck und verurteilte die Attacke gegen das russische Volk aufs Schärfste. Auch Großbritanniens Premier Gordon Brown zeigte sich erschüttert. Auch die Nato versicherte, dass man alles tun werde im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Staatschef Dmitrij Medwedew und Regierungschef Putin sind sich darüber einig, dass man die Operationen gegen die Terroristen fortsetzen werde. Dabei hatte die russische Regierung in den letzten Wochen und Monaten den Druck auf die Separatisten im Nordkaukasus deutlich erhöht. Dort wird versucht ein eigener islamischer Gottesstaat zu errichten. Ein Bekennerschreiben für die Anschläge in Moskau gibt es im Übrigen nicht. Doch schon im November kündigte sich eigentlich eine neue Welle der Gewalt an. Damals vergruben Terroristen einen Sprengsatz unter den Schienen der Bahnstrecke Moskau-St. Petersburg. Der Schnellzug “Newskij Express” wurde hierdurch zum Entgleisen gebracht, damals starben 26 Menschen.

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