Sonderlabel für jüdische Produkte

In Großbritannien sollen Lebensmittel aus dem Westjordanland besonders gekennzeichnet werden. Dies ist der Wille der britischen Regierung. Es handelt sich aber um eine freiwillige Leitlinie durch das Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra). Das Sonderlabel soll dem britischen Käufer genau aufzeigen, auf welchem Teil Israels die Produkte kommen. Die neue Richtlinie knüpft allerdings nur an das bereits bestehende Label für Waren und Lebensmittel aus Israel an. Es gibt nämlich schon das Label „Produce of the West Bank” und das Label „Produce of Israel“. Genauer soll es nun durch die Label „Israeli settlement produce” oder „Palestinian produce” werden für die Verbraucher. Großbritannien folgt damit einer EU-Richtlinie, die eine Unterscheidung zwischen Waren aus den besetzten Gebieten und den ursprünglichen israelischen Anbaugebieten vorschreibt. Wann die ersten Labels hinsichtlich einer derartigen Unterscheidung in Deutschland auftauchen ist bislang noch nicht bekannt. Hält sich in Großbritannien ein Händler nicht an diese Auszeichnung, so begeht dieser laut Defra eine Straftat. Dies gilt für die Deklarierung der Waren mit dem Label „Produce of the West Bank” und dem Label „Produce of Israel“. Die Unterscheidung nach „Israeli settlement produce” oder „Palestinian produce“ ist hingegen freiwillig.

Bereits abgewiegelt, dass diese neuen Label kein Boykott-Aufruf darstellen sollen, hat bereits das britische Auswärtige Amt. Die Regierung will aber mit der neuen Unterscheidungsmöglichkeit dem britischen Käufer ermöglichen in Selbstverantwortung zu handeln und so die Aussichten auf einen Boykott von Produkten aus diesen Gebieten zu erhöhen – auch Verbraucherebene, denn nicht jedem britischen Käufer ist es gleichgültig, wie die Israelis mit dem palästinensischen Volk umgehen und umgegangen sind. In Besitz genommen haben diese nämlich auch durch illegale Besiedlung palästinensische Felder und Gebiete im Westjordanland.

Wie zu erwarten war, ließ eine Reaktion aus Israel nicht lange auf sich warten. Israelische Beamte und Führer der Siedler reagierten auf diese britische Richtlinie und die neuen Labels sehr kritisch. Kein Wunder, von der zunehmenden weltweiten Kritik betroffen sind fast eine halbe Million jüdische Siedler, die in Ost-Jerusalem und im Westjordanland leben.

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