Schwerverbrecher via Handy geortet

Fünf Tage war Peter Paul Michalski auf der Flucht. Zur Strecke gebracht hat ihn moderne Technik, die inzwischen für alle alltäglich zu sein scheint, die aber Menschen, die lange von der Außenwelt isoliert leben, wie Sträflinge, offenbar nicht kennen. Nach fünf Tagen Flucht, in denen die Öffentlichkeit mal wieder aufgefordert war die Augen noch offener zu halten, hat die Polizei den flüchtigen Schwerverbrecher mittels – wie es hieß – “neuer Überwachungsmaßnahmen” lokalisiert. Schlicht handelte es sich um eine Handy Ortung. Dem Schwerverbrecher Michalski diente zum Schluss ein silberfarbenes Damenfahrrad als letztes Fluchtfahrzeug. Gestellt wurde er auf der Bundesstraße von Mülheim an der Ruhr Richtung Wesel. Bei seiner Festnahme leistete Michalski keinen Widerstand geleistet, nachdem er und sein Fahrrad von zwei Polizeiautos eingekeilt worden war. Nach Angaben der Polizei habe er sich sofort ergeben und nicht einmal geleugnet, der Gesuchte zu sei. Vielmehr habe er sich willig auf den Boden gelegt und den Polizisten auch verraten, wo er seine Waffe versteckt hält.

Wo die Flucht, die am vergangenen Dienstag änderte, eigentlich hätte hingehen sollen, weiß die Polizei nicht. Die Wahl des Fluchtfahrzeuges lässt darauf schließen, dass er allerdings so schnell wie möglich von Mülheim weg wollte. Dort war Michalski den Fahndern zuvor nur knapp entkommen. Michalski sitze wie sein Fluchtkomplize Heckhoff nun erneut im Hochsicherheitstrakt einer Justizvollzugsanstalt. Heckhoff war bereits am Sonntag in Mülheim an der Ruhr gefasst worden.

Die Polizei ist, wie Polizeipräsident Klaus Steffenhagen auf der Pressekonferenz sagte, erleichtert über diesen unblutigen Ausgang der tagelangen Verfolgungsjagd quer durchs Ruhrgebiet. Dabei hat man schon mit dem Schlimmsten gerechnet, weil auch Schusswaffen im Spiel waren. Und der mutmaßliche Fluchthelfer hüllt sich in Schweigen. Das Justizministerium von Nordrhein-Westfalen will nun aber die Sicherheitssysteme in den Gefängnissen prüfen, die ließ Landesjustizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter am vergangenen Dienstag auf einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit wissen.

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