Rocker-Friedensschluss vor Innenministerkonferenz

Heute findet der zweite Tag der Konferenz der Innenminister statt. Unter anderem wird über die verschärfte Bekämpfung der Rockerkriminalität beraten. Gestern haben gestern nun überraschend die Hells Angels und die Bandidos in die vornehme Anwaltskanzlei von Götz von Fromberg in Hannover geladen und ihren Frieden verkündet. Gekommen waren natürlich jede Menge Journalisten, die doch etwas überrascht waren nachdem es in den letzten Wochen und Monaten mehr als nur Schlägereien gab zwischen den – nun ehemals – verfeindeten Rockergruppen. Messerstechereien, Morde, aber auch Angriffe mit Handgranaten waren sozusagen schon an der Tagesordnung. Ganz zahm sagte man gestern, dass man mehr miteinander reden müsse (was ja auch für jede gute Ehe empfohlen wird).

Warum Peter Maczollek, Vizepräsident der Bandidos in Europa und Statthalter in Deutschland und Hells Angel-Boss Frank Hanebuth auf einmal derartig Eintracht zeigen, verstehen die meisten nicht, vor allem weil man bisher doch die Öffentlichkeit scheute. Es wird aber vermutet, dass die Botschaft ja auch bei allen ankommen sollte, die in den letzten Monaten verbissen sogar für ein bundesweites Verbot beider Rockergruppen kämpfen. Dabei ist die Presse sowohl Hells Angels wie auch den Bandidos ein lästiges Übel, das sie am liebsten von sich abschütteln möchten.

Anwalt Götz von Fromberg, der Hanebuth schon seit Jahren vertritt trägt weiter zum Konsens bei und sagt, dass das Fehlverhalten einzelner Mitglieder in der Vergangenheit für eine starke Verunsicherung auch bei der Bevölkerung geführt hat, sowie auch in der gesamten Biker-Szene. Jeder Club wolle die jeweiligen Mitglieder disziplinieren. Verstöße würden sanktioniert. Bisher war es so, dass jeder Ortsverein selbstständig agierte, was nun anders werden soll. Auch mit Messern, Handgranaten und Schusswaffen soll jetzt Schluss sein. DKie Eckpunkte des Friedens zwischen Hells Angels und Bandidos wird aber sein:
- Die Hells Angels gehen nicht in die Städte der Bandidos und umgekehrt gilt das gleiche.
- Beide Clubs dürfen keine Ex-Member des jeweiligen anderen Clubs aufnehmen.
- Die Clubs dürfen binnen eines Jahres keine neuen Ableger gründen.
Danach werden Neugründungen nur noch nach Absprache beider Clubs durchgeführt.
Auch ist geplant sich regelmäßig zu Gesprächen zu treffen, um Probleme verhindern zu können.

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