Discounter Expansion gerichtlich gestoppt
By Schleussner on Dez 17, 2009 with Kommentare 0
Der Discounter Aldi hat einen herben Rückschlag erlitten. Das Bundesverwaltungsgericht hat nämlich die Eröffnung von Filialen für unzulässig erklärt, und zwar dann, wenn alteingesessene Geschäfte dadurch in ihrer Existenz gefährdet werden. Für ALDI kommt dieses Urteil zu einer sehr ungünstigen Zeit. Ohnehin leidet das Unternehmen unter Umsatzrückgängen. Doch die Ansage des Bundesverwaltungsgerichts ist glasklar, die Expansion der Lebensmittel-Discounters hat damit Grenzen. Hintergrund der richterlichen Entscheidung waren zwei Klagen von Discountern (Plus und Aldi), die in Köln (Plus) und München (Aldi) Märkte eröffnen wollten. Allerdings hatte die Städte den Discountern die Genehmigungen verweigert, und zwar wegen der zu erwartenden „schädlichen Auswirkungen”. So befindet sich in Köln rund 500 m vom anvisierten Standort Geschäfte und Dienstleister, die bislang die Versorgung der Anwohner sicherte. Die Stadt Köln befürchtete den Niedergang des gesamten Nahversorgungsbereiches für den Fall, dass der Discounter Plus auf einer Fläche von knapp 700 Quadratmeter eine ganze Reihe von Produkten angeboten hätte. Diese Auffassung bestätigte auch nun das Bundesverwaltungsgericht. Was nun aus der geplanten Discounterfiliale in München wird, darüber muss der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) noch einmal bemüht werden, denn der Senat verwies die Klage hinsichtlich einer erneuten Entscheidung zurück. Es geht nämlich nun darum, dass die VGH-Richter noch einmal die Methode überprüfen müssen, mit der die Abschöpfung von Kaufkraft in dieser Region prognostiziert worden ist.
Im Laufe seiner bislang fast 100jährigen Geschichte ist es Aldi gelungen aus einem kleinen Ladengeschäft von 35 m² ein Konzern zu schaffen, der heute in ganz Europa rund 7000 Filialen und in Australien und den USA noch einmal rund 1000 Filialen betreibt. In Deutschland ist Aldi seit 1960 zweigeteilt, in Aldi Nord und Aldi Süd. Beide haben getrennte Zentralbetriebe mit Verwaltung und Zentrallager. In Österreich heiß Aldi im Übrigen Hofer. Dies ist historisch bedingt, weil Aldi Süd einst die Handelskette Hofer übernahm, aber beim Namen beließ. Derzeit hat das Unternehmen mit Umsatzrückgängen zu kämpfen, wobei weitere Filialen dies allerdings abfedern könnten.
Abgelegt unter: Allgemein
