Christen feiern Margot Käßmann
By Schleussner on Mai 15, 2010 with Kommentare 0
Nach ihrem Rücktritt als Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Landesbischöfin von Hannover nach ihrer Alkoholfahrt in Hannover im Februar diesen Jahres hatte Margot Käßmann die Öffentlichkeit lange Zeit gemieden. Wie versprochen trat sie nun beim Ökumenischen Kirchentag in München wieder ins Rampenlicht, wobei sich Käßmann mit sehr persönlichen Worten bei den Zuhörern und Zuschauern bedankte, die sie begeistert begrüßt hatten, applaudierten und dazu sogar aufstanden. Dabei nahm Margot Käßmann selbst die an sie persönlich gerichteten herzlichen Begrüßungsworte des evangelischen Kirchentagspräsidenten Eckhard Nagel mit den Worten “danke, das tut mir gut” freudig entgegen. Dass Margot Käßmann auch weiterhin in der Kirche sehr engagiert ist, beweist auch die Veröffentlichung ihres neuesten Werks “Das große Du – Das Vaterunser”, das am Mittwoch im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentags in München vorstellte.
Margot Käßmanns Aufgabe beim Kirchentag ist es eine Bibelarbeit zur Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Mose und zu Noahs Kampf gegen die Sintflut vorzutragen. In ihre Bibelarbeit ließ Käßmann hier sehr persönliche Erfahrungen einfließen. Erlebt hat Margot Käßmann auch schon im Vorfeld ihres selbstgewählten Rücktritts aus Amt Würden schon sehr viel – eine schwere Krebserkrankung und zudem die Scheidung von ihrem Mann 2007, wo sie durch die Evangelische Kirche ebenfalls Rückhalt erhielt, nicht zuletzt auch weil sie erklärte, dass sie am christlichen Leitbild der Ehe festhalte von ihrem Glauben her, sich aber gleichzeitig auf die “Normalität” berufe, dass man sich scheiden lässt.
Während Margot Käßmann am Mikro stand, ließ sie es sich auch nicht nehmen erneut kritisch auf die internationale Afghanistan-Politik einzugehen. Dabei verglich sie die Aufstockung Truppe und Ausgaben durch die Bundesrepublik im Vergleich zu den geringeren Ausgaben für die Entwicklungshilfe eben in diesem Land als unverhältnismäßig. Schon zu ihrer Zeit als EKD-Ratsvorsitzende hatte Käßmann – letztmals zu Weihnachten 2009 – durch ihre kritischen Äußerungen zum Krieg in Afghanistan für eine breite innenpolitische Debatte gesorgt, die aber auch unter den Bürgern in Deutschland entsprechend angekommen ist und für Diskussionsstoff sorgte. Auf dem Ökumenischen Kirchentag wird Käßmann rund ein Dutzende Termine wahrnehmen.
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